Virginia – Fierce For The Night

N

10 Jahre Ostgut Ton (/OGT). Tatsächlich ein Grund zur Freude.
Das Berliner Technolabel mit Sitz im Berghain beschenkt
die Zuhörer mit einem durchweg außergewöhnlichen Release
auf dem CD- und Vinylmarkt.

Vorweg genommen war die Überraschung zum 10 jährigen bestehen
das grandiose Album „We Grow, You Decline„, von der jungen
Labelentdeckung Kobosil. Zeit zum verdauen hatte man aber nicht.
Entsendete OGT doch kurze Zeit später das epische Mach(t)werk
Zehn„, welches in einer 3CD und 10×12“ Variante in
die Läden kam und die heimischen Künstler präsentierte.

In diesen Tagen schickt man Virginia mit Fierce For The Night
ins Rennen und öffnet nach 10 jahren seine Veröffentlichungspolitik.

Ein CD Release von OGT erkennt man sofort an der optischen Variabel.
Farben, Fonds und Stil zeigen, wie immer, eine minimalistische Ader
und fordern den Hörer auf, sich auf das enthaltende Audiomaterial
zu konzentrieren. Man durfte gespannt sein, denn die feminine Seite
des Labels wurde bislang eindrucksvoll von Steffi (Steffi Doms)
hervorgebracht, die zuletzt mit Ihrem Longplayer
Power Of Anonymity“ von sich hören ließ.
Wie Sie auch, ist Virginia kein unbeschriebenes Blatt.
Kollaborationen und Zusammenarbeiten mit u.a. Sven Väth, Tom Novy & Nena
gehen aus Ihrer Musikkarriere hervor. Ebenso das 2008 veröffentlichte
Album „Twisted Mind„, damals unter dem Namen Virginia Nascimento.

Der Unterschied besteht aus der langen Liste an mitwirkenden Künstlern,
(Steffi Doms (Steffi), Martijn Deljkers (Martyn), Remy Verheijen (Dexter))
die aus „Fierce For The Night“ ein Popalbum der Extraklasse gemacht haben.
Eine 11 Runden andauernde Reise aus tiefem berliner Techno, IDM,
der aktuellen Synth Wave Welle und der kernigen Stimme von Virginia.
Stellenweise erinnert es tatsächlich an die Zeit rund um 1989-1995.
Denn künstliche Einsätze aus Streichern, Bläsern, Toms und Brasssounds,
sowie die analoge Wärme, die dieses Album ausstrahlt, waren im Bereich
Rock/Pop in den USA, später in den Szenclubs in Europa, ebenso zu finden.
Auf „Fierce For The Night“ sind die klassischen Songstrukturen dennoch
mehr als ausgereizt. Schuld daran ist in der Tat das Techno-Gen.
Fill-In, Refrain, Break, Überlänge: Hier wurde nicht nur improvisert,
sondern zielgerichtet auf die gesamte Spielzeit an Popsongs gearbeitet.

Nicht nur mit Blick auf die Veröffentlichungsgeschichte des Labels
beachtlich. Auch im Gesamten wirkt Virginia mit „Fierce For The Night
sehr erwachsen und zeigt, wie man mit verschiedensten Komponenten
aus der Welt der elektronischen Musik spielen kann, ohne
das Gesamtwerk zu verzerren. Fast schon wie ein Konzeptalbum.

Virginia – Fierce For The Night
Veröffentlicht von Ostgut Ton
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